Erfolgreicher Artenschutz in den Südostalpen, preiswürdige Mehrgenerationenhäuser und gute Nachrichten für die Gehirnleistung im Alter – drei gute News für die Woche.

Die tägliche Flut an negativen Nachrichten lässt viele frustriert, traurig, wütend oder mit einem Gefühl der Ohnmacht zurück. Trotzdem werden negative Schlagzeilen mehr gelesen als positive Meldungen – vermutlich aus einem evolutionsbiologischen Grund: Das menschliche Gehirn ist darauf ausgelegt, uns vor Gefahren zu bewahren. Deshalb reagiert es auf Schreckensmeldungen besonders sensibel und speichert negative Informationen stärker ab.

Aber: Doomscrolling, also gezielter und massiver Konsum von negativen Nachrichten, kann der psychischen Gesundheit schaden, wie zahlreiche Studien belegen. Positive Informationen wirken da wie ein Gegengewicht. Sie verdeutlichen, dass es auch konstruktive Lösungen für ein gutes Miteinander und eine bessere Zukunft gibt.

In diesem Sinne: Hier sind die guten News der Woche.

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Good News 1: Erfolgreicher Artenschutz: Mehr Luchse im Dreiländereck

Ohren wie ein Luchs, etwas abluchsen – im deutschen Sprachgebrauch ist der Luchs fest verankert. In der freien Wildbahn in Deutschland und in anderen mitteleuropäischen Ländern ist sein Bestand hingegen weniger stabil. Jahrhundertelang wurde der Eurasische Luchs bis zur Ausrottung gejagt und sein Lebensraum zerschnitten.

Seine Wiederansiedlung ist mühsam, denn der Einzelgänger beansprucht riesige Reviere für sich, der Genpool ist klein und sein früherer Lebensraum fragmentiert. Entsprechend wenige Tiere werden ausgewildert. Doch die erfreuliche Entwicklung im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich zeigt: Die Bemühungen grenzüberschreitender Artenschutzprojekte wie LIFE Lynx und ULyCA2 zahlen sich aus.

Seit der Freilassung von fünf Luchsen im Jahr 2020 steigt die Zahl der Raubkatzen in den Südostalpen. In den letzten fünf Jahren sind 21 Jungtiere auf die Welt gekommen. 2024 wurden 16 erwachsene Luchse und sechs Luchsbabys gezählt. Auch eine in Italien freigelassene und nach Slowenien gewanderte Luchskatze hat bereits Nachwuchs bekommen.

Um die genetische Vielfalt der Tiere zu fördern, werden Luchse aus anderen Regionen wie den Karpaten und der Schweiz oder aus Zuchtprogrammen angesiedelt. Auch in Deutschland wird die Rückkehr der Beutegreifer gezielt gefördert. Derzeit gibt es etwa 200 ausgewachsene Tiere in Deutschland. Die drei Hauptpopulationen leben im Bayerischen Wald, im Pfälzerwald, im Oberpfälzer Wald und im Harz. Im Pfälzerwald soll der kürzlich ausgewilderte Luchs namens Koda die genetische Vielfalt des Bestandes bereichern.

Noch mehr gute Nachrichten? Good News der letzten vier Wochen findet ihr hier:

Obwohl die Zahlen vorsichtig optimistisch stimmen, sind Begegnungen mit wilden Luchsen unwahrscheinlich. Tagsüber halten sich die dämmerungs- und nachtaktiven Katzen vorzugsweise im Dickicht oder in felsigen Verstecken auf. Angst müssen Menschen vor Luchsen nicht haben: Appetit haben Luchse vor allem auf zartes Rehfleisch.

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Good News 2: Mehrgenerationenhäuser in Bayern ausgezeichnet

In öffentlichen Debatten wird meist thematisiert, was Generationen wie Boomer und die Gen Z voneinander trennt. In den rund 530 Mehrgenerationenhäusern, die das Bundesfamilienministerium in Deutschland fördert, liegt der Fokus auf dem, was Menschen verbindet – unabhängig von ihrem Alter oder Hintergrund. Mehrgenerationenhäuser sind Treffpunkte, in denen das Motto des Förderprogramms gelebt wird: "Miteinander – Füreinander".

Um ihr Engagement zu würdigen, hatte das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales zu einem Fotowettbewerb aufgerufen. Der mit 3.000 Euro dotierte "Gemeinsam auf Augenhöhe"-Preis richtet sich an Initiativen in den Einrichtungen, die sich für den Austausch zwischen den Generationen einsetzen und so das gegenseitige Verständnis und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.

Jetzt wurden die Gewinner des Wettbewerbs in München geehrt. Einer der Preisträger ist das Mehrgenerationenhaus in Bad Tölz. Das eingereichte Foto "GenerationenWerk" zeigt eine zunächst unscheinbar wirkende Szene: Ein Mädchen spielt mit einem Mann Schach. Am gleichen Tisch widmen sich Kinder und Erwachsene einem anderen Brettspiel. Was das Foto so besonders macht?

Alle wirken aufmerksam, gelöst, interessiert, harmonisch und verbunden. Kein Smartphone, kein isoliertes Daddeln. Eine einfache Momentaufnahme, die ausdrückt, was Gemeinschaft so wertvoll macht: die Präsenz des Gegenübers, das Miteinander, die Zugewandtheit. Außerdem rückt das Foto ins Bewusstsein, dass Jung und Alt voneinander lernen und profitieren können – und dass gute Gesellschaft keine Frage des Alters ist.

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Good News 3: Studie: Geistige Leistungsfähigkeit kann sich auch im Alter verbessern

Vergesslichkeit und nachlassende geistige Fähigkeiten werden häufig als unvermeidbare Alterserscheinungen betrachtet. Eine neue Langzeitstudie aus den USA zeigt, dass die kognitive Leistungsfähigkeit in jedem Lebensalter gezielt verbessert werden kann – auch bei Menschen über 80 Jahren.

Für die Studie untersuchten Forschende am Center for BrainHealth an der University of Texas at Dallas rund 4.000 Erwachsene zwischen 19 und 94 Jahren über einen Zeitraum von drei Jahren. Alle Teilnehmer mussten tägliches Gehirntraining absolvieren. Die Übungen dauerten zwischen fünf und 15 Minuten.

Durch das tägliche Training verbesserte sich die kognitive Leistungsfähigkeit bei allen Teilnehmern. Interessant: Besonders deutliche Verbesserungen stellten die Forschenden bei Personen fest, die anfangs besonders niedrige Werte auf dem BrainHealth-Index aufwiesen, mit dem die Gehirngesundheit und Leistungsfähigkeit bewertet wurden.

Empfehlungen der Redaktion

Die Studienautoren raten, die Gehirngesundheit zu fördern, bevor kognitive Probleme oder Erkrankungen auftreten. Die Anpassungsfähigkeit des Gehirns – die sogenannte Neuroplastizität – kann ein Leben lang genutzt und verbessert werden.

Ihr wollt mehr über das Thema Demenz erfahren und wie ihr der Krankheit vorbeugen könnt? Dann hört euch die folgende Episode unseres Podcasts "Xplained" an:

Verwendete Quellen