Dennis Nilsen tötet zwischen 1978 und 1983 mindestens 15 Männer. Er verbringt mehrere Tage mit den Leichen, bevor er die Spuren beseitigt. Erst als die Abflussrohre seiner Wohnung wegen menschlicher Überreste verstopfen, wird der Serienmörder überführt.

Dennis Nilsen gilt als einer der berüchtigtsten Serienmörder Großbritanniens. Zwischen 1978 und 1983 tötet er mindestens 15 Männer. Seine Opfer lernt er in Kneipen kennen: junge Männer, obdachlos oder am Rande der Gesellschaft, häufig homosexuell, viele auf der Suche nach Wärme oder einem Bett für die Nacht.

Nilsen lockt sie mit Essen, Alkohol und der Aussicht auf Sicherheit in seine Wohnung. Dort folgt er einem immer gleichen Muster: Er tötet, verbringt Stunden oder Tage mit den Leichen und versucht anschließend, jede Spur zu beseitigen.

Die Kindheit des Serienmörders Dennis Nilsen

Wie konnte aus einem Menschen ein so monströser Serienmörder werden? Ein einschneidendes Ereignis prägt seine Kindheit: 1945 geboren und aufgewachsen in Fraserburgh, Schottland, findet Nilsen nur bei seinem Großvater Halt. Als dieser stirbt und der sechsjährige Dennis vor die Leiche geführt wird, brennt sich der Anblick tief in sein Gedächtnis – ein Moment, den er später als Beginn seiner inneren Entgleisung bezeichnet. In der Jugend erkennt er seine Homosexualität, doch Scham und Schuldgefühle treiben ihn immer tiefer in die Isolation.

Mit 16 tritt er in die Armee ein, wird Koch und Metzger – Fähigkeiten, die ihm später auf erschreckende Weise zugutekommen. 1972 wechselt er zur Polizei, entwickelt eine Faszination für Leichen und Obduktionen, bricht die Ausbildung jedoch ab und arbeitet als Personalvermittler. Nilsen zieht mit einem Freund nach London; ob sie ein Paar sind, bleibt unklar. Als der Freund nach einiger Zeit auszieht, stürzt er in Alkohol, Einsamkeit und Selbstzweifel. Kurze Zeit später begeht er seinen ersten Mord.

Erster Mord, erster Schritt ins Grauen

Ende 1978 begegnet er dem 14-jährigen Stephen Holmes in einem Pub. Nilsen nimmt ihn mit nach Hause, sie trinken, hören Musik und schlafen ein. Am Morgen fürchtet er, dass Stephen ihn verlassen könnte. Getrieben von dem Gefühl, vollständige Macht über sein Opfer zu besitzen, tötet er den Jungen, verbringt Stunden mit dem leblosen Körper und versteckt ihn unter den Dielen. Erst Monate später verbrennt er die Überreste im Garten.

Bald übernimmt die dunkle Seite seiner Persönlichkeit die Kontrolle. In einem Brief beschreibt er später, dass unter emotionalem Druck und Alkohol Kräfte freigesetzt werden, "die meine Handlungen zu denen eines zerstörerischen Psychopathen machen", wie die "Daily Mail" schreibt.

Im November 1979 trifft Nilsen einen chinesischen Mann und nimmt ihn mit nach Hause. Dort lässt sich der Mann fesseln, kann jedoch entkommen, als der versucht, ihn zu erwürgen, und erstattet Anzeige. Die Polizei glaubt jedoch Nilsens Darstellung, der Mann habe ihn ausrauben wollen, und lässt ihn wieder frei.

Kurz darauf begegnet Nilsen dem 23-jährigen Kenneth Ockenden. Als dieser Musik hört und dem Mörder keine Beachtung schenkt, bringt er ihn um. Danach verbringt er Stunden mit dem leblosen Körper, fotografiert ihn und lagert ihn unter den Dielen. In den folgenden Wochen holt er den Körper mehrfach heraus, setzt ihn in einen Sessel und verbringt Zeit mit ihm, während er fernsieht und Alkohol trinkt.

Nilsens perfide Methode der Leichenbeseitigung

Bis 1981 tötet Nilsen mindestens zwölf weitere Männer, viele obdachlos oder am Rande der Gesellschaft. Kaum jemand vermisst sie, kaum jemand sucht nach ihnen. Die Entsorgung der Leichen ist methodisch und makaber: Unter Dielen, im Kleiderschrank oder Garten arrangiert er die Körper, zerstückelt sie, kocht Schädelteile aus, vergräbt Gliedmaßen und verbrennt Körper im Garten.

Mitte 1981 muss er umziehen, weil sein Haus saniert wird. Die neue Dachwohnung erschwert die Beseitigung der Leichen: kein Garten, kein Platz für einfache Entsorgung. Dennoch setzt er seine Taten fort.

1983 wird Nilsen schließlich entdeckt, weil die Abflussrohre seiner Wohnung wegen menschlicher Überreste verstopfen. Eine Klempnerfirma findet Fleischreste und Knochenfragmente, die Polizei wird verständigt. Der Mörder gesteht zwei aktuelle Morde und führt die Beamten ohne Gegenwehr in seine Wohnung, wo weitere Plastiktüten mit menschlichen Überresten gefunden werden. Auf die Frage nach der Gesamtzahl der Opfer antwortet er laut Bericht kalt: "15 oder 16, seit 1978."

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Prozess und das Geständnis

Nach der Festnahme liefert Nilsen ein umfassendes Geständnis: 15 Morde und sieben Mordversuche. Ob er noch weitere Menschen auf dem Gewissen hat, ist bis heute unklar. Im Oktober 1983 beginnt der Prozess. Er plädiert auf verminderte Schuldfähigkeit, doch Geständnisse, Verhöre und die Aussagen von Überlebenden führen zu einem Schuldspruch: sechsfacher Mord und zweifacher Mordversuch, lebenslang.

Nach 34 Jahren im Gefängnis stirbt Nilsen 2018 im Alter von 72 Jahren. Ein Brief aus der Haft offenbart ein "überwältigendes Verlangen zu töten" – Worte, die zeigen, dass der Serienmörder seine Taten nie bereut hat.

Verwendete Quellen