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Hunderte Jobs: Stiller Stellenabbau mit KI bei 1&1

United-Internet-Konzernchef Ralph Dommermuth freut sich über enormes Potenzial der KI. Letztendlich hofft man, im Kundendienst immer mehr auf Menschen verzichten zu können.
/ Achim Sawall
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Sammlung von Unterstützungsunterschriften für einen Betriebsrat bei 1&1 Montabaur (Bild: Verdi)
Sammlung von Unterstützungsunterschriften für einen Betriebsrat bei 1&1 Montabaur Bild: Verdi

United Internet will mit KI immer mehr Stellen abbauen. Konzernchef Ralph Dommermuth sagte am 6. August 2026 im Call mit Analysten nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen, dass KI-Kostensenkungspotenzial sei bei den United-Internet-Firmen "enorm, und geht durch das gesamte Unternehmen, von der Entwicklung, über das Marketing, in die Callcenter, in die schriftliche Bearbeitung von Kundenanfragen."

Der Milliardär Dommermuth erklärte: "Sie sehen ja auch insgesamt, dass wir heute weniger Mitarbeiter haben, als noch vor ein, zwei Jahren. Wir hatten, glaube ich, mal 11.000 Mitarbeiter, sind jetzt bei 10.400. Und wenn Sie mich fragen, wie viele Leute werden wir haben, wenn wir uns in einem Jahr treffen, dann würde ich sagen, wieder weniger als 10.400. Ja, weil wir doch enorme Effizienzsteigerungen haben."

Beim Kundendienst sei die schriftliche Kommunikation mit KI bereits "gut", im Bereich Mündlich noch nicht, sagte Dommermuth. "Wenn wir dann in den einzelnen Vorgang reingehen, da können wir noch nicht die KI komplett antworten lassen in allen Komplexitäten, die wir haben. Da sind wir in der Qualität noch nicht da, wo wir hinwollen", sagte Dommermuth. Das werde sich über die Jahre jedoch ändern.

Stiller Stellenabbau im Zweibrücken in Rheinland-Pfalz

Wie Golem aus dem Unternehmen erfuhr, führt 1&1 gerade schwerpunktmäßig Stellenabbau in Zweibrücken in Rheinland-Pfalz durch. An dem Unternehmensstandort laufen Kundenservice und Support. Zweibrücken gehört neben Montabaur, Karlsruhe und Krefeld zu den Hauptstandorten der Kundenbetreuung. In dieser Woche wurde dort ein sogenanntes Freiwilligenprogramm gestartet, um rund 60 Personen aus dem Bereich Operations/Customer Care loszuwerden.

Bereits im vergangenen Jahr wurde die Beschäftigtenzahl im Technikbereich in Karlsruhe verringert, damals ebenfalls über Aufhebungsverträge, erfuhr Golem weiter aus dem Unternehmen. Zu der Zeit begründete der Konzern dies noch mit "Performance" der Betroffenen.

In Montabaur, wo trotz massiver Behinderungen durch die Konzernführung ein Betriebsrat existiert, wurde die Belegschaft erst nach Presseberichten(öffnet im neuen Fenster) über die Abbaupläne informiert. Viele Leute nähmen die Unsicherheit mit Galgenhumor. Niemand wisse, ob er der Nächste sei. Personen in Elternzeit würden kontaktiert und Aufhebungsverträge angeboten, weil danach passende Stellen nicht mehr vorhanden seien. Vollzeiteinstellungen gebe es derzeit kaum noch, hauptsächlich würden Werkstudenten eingestellt.


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