Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

KI: Ein experimenteller Film mit nur 400 Euro Budget

Indien macht der Filmbranche vor, was mit KI geht – so auch mit diesem Horrorfilm mit Minibudget.
/ Peter Osteried
18 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Mann-Pishach ist ein experimenteller KI-Film, der dank englischer Untertitel auch außerhalb Indiens verstanden werden kann. (Bild: Rahi Anil Barve)
Mann-Pishach ist ein experimenteller KI-Film, der dank englischer Untertitel auch außerhalb Indiens verstanden werden kann. Bild: Rahi Anil Barve
Inhalt
  1. KI: Ein experimenteller Film mit nur 400 Euro Budget
  2. Kaum einer schaut den Film zu Ende
  3. Eine KI allein hätte das nicht geschafft

"Dieser Film ist ein Geschenk an jeden armen Filmemacher, der von einem Null-Budget-Film träumt", steht am Anfang des 80-minütigen Films Mann-Pishach, der bei Youtube gratis angesehen werden kann. Für den Regisseur Rahi Anil Barve hieß das: das Experiment wagen, einen Film komplett mit KI zu erstellen. Umgerechnet kostete das den indischen Filmemacher weniger als 400 Euro.

Während in Hollywood darum gerungen wird, wie viel KI-Einsatz möglich ist, wofür die Gewerkschaften der Schauspieler und Autoren 2023 in einen langen Streik gingen, ist Indien sehr viel weiter. Man könnte auch sagen: entfesselter. So berichtet es das US-amerikanische Branchenblatt The Hollywood Reporter(öffnet im neuen Fenster), das aufzeigt, dass in Indien KI in allen Filmbereichen bereits eingesetzt wird.

Das Blatt bezeichnet Indien als das KI-Filmlabor der Welt. Filmstudios auf der ganzen Welt sehen sehr genau zu, was sich hier tut. Bei Erfolg – soll heißen: bei Kostenminimierung – wird das indische Modell über kurz oder lang wohl auch den Weg nach Hollywood finden.

Horror im indischen Dorf

Der Film Mann-Pishach ist ein Horrorfilm über einen Beamten der Archäologiebehörde, der in einem abgelegenen Dorf eine seltsame Steinkuppel untersuchen soll, die nach einem Erdrutsch während der Monsunzeit aufgetaucht ist. Im Dorf gelten eigenartige Regeln: Noch vor Einbruch der Dunkelheit werden alle Türen verschlossen.

Nachts herrscht gespenstische Stille auf den Straßen, und niemand ist bereit, die Geheimnisse rund um die mysteriöse Steinkuppel preiszugeben. Je weiter er mit seinen Nachforschungen vorankommt, desto mehr entdeckt er eine verstörende Wahrheit.

Beim Betrachten des Films überzeugen die stimmungsvollen Bilder. Der Film profitiert von den echten Schauspielern, leidet aber darunter, dass der erzählerische Fluss eher dahinplätschert. Soll heißen: Es gibt keine echten Höhepunkte. Dass es einen Erzähler gibt, der durch die Handlung führt, trägt zur Stimmung bei, macht es zugleich jedoch schwer, in den Film hineinzukommen.


Relevante Themen