Personalmangel: Elektronisches EU-Einreisesystem wird regelmäßig abgeschaltet
Das biometrische Einreisesystem Entry/Exit System (EES) der Europäischen Union wird an Flughäfen und Grenzkontrollstellen regelmäßig abgeschaltet. Wie Politico berichtet(öffnet im neuen Fenster), sollen dadurch stundenlange Wartezeiten und verpasste Anschlüsse während der Hauptreisesaison vermieden werden.
Das EES soll Nicht-EU-Bürger bei der Einreise in Schengen-Staaten durch Scans von Gesichtern und Fingerabdrücken biometrisch erfassen. Da dies aber zu unverhältnismäßig langen Wartezeiten führte, nutzen viele Flughäfen eine Ausnahmeregelung, die es den Grenzbehörden erlaubt, die Erfassung biometrischer Daten aufgrund außergewöhnlicher Umstände auszusetzen.
Von der Abschaltung waren unter anderem große Luftfahrtdrehkreuze wie in Amsterdam, Brüssel, Frankfurt am Main, Mailand und Paris betroffen. Da fast alle Reisenden das am 10. April 2026 vollständig eingeführte System zum ersten Mal genutzt hättem, sei die biometrische Erfassung mit einem hohen Zeit- und Personalaufwand verbunden gewesen, berichtet Politico.
Sicherheit soll nicht gefährdet gewesen sein
In Mailand soll schlicht zu wenig Personal vorhanden gewesen sein, um das EES unter Volllast zu betreiben. Am Flughafen Brüssel verpassten den Angaben zufolge innerhalb von 21 Stunden rund 600 Passagiere ihre Flüge, weshalb die Datenerfassung dort bereits vor dem Sommerbeginn ausgesetzt wurde. Auch Eurostar-Zugverbindungen waren betroffen.
Die Grenzbehörden betonten laut Politico, dass die Sicherheit dadurch nicht gefährdet gewesen sei, weil die Daten von Reisedokumenten der Passagiere manuell erfasst und in das EES integriert worden seien. Dennoch fordern acht EU-Länder und die Schweiz, die bis zum 6. September 2026 befristete Ausnahmeregelung zu verlängern, da sie befürchten, eine strikte Anwendung des Systems könne zu ernsthaften Problemen führen.
Im Juni 2026 wurden an mehreren Flughäfen Fingerabdruckscanner abgeschaltet, weil sie durch Schweißrückstände der Reisenden verklebt waren. An französischen Flughäfen, am Fährhafen Dover sowie in den Eurotunnel- und Eurostar-Terminals blieben Geräte zudem wochenlang ungenutzt, weil es keine Softwareupdates gab.
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