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Videoüberwachung: Adesso baut KI-Verhaltensscanner für Berliner Polizei

Das Berliner Polizeigesetz macht es möglich, dass Videoanlagen zur KI-gestützten Massenüberwachung von Privatunternehmen entwickelt werden.
/ Mike Faust
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Am Kottbusser Tor soll bis Ende September 2026 der erste Verhaltensscanner in Berlin in Betrieb gehen. (Bild: DAVID GANNON/AFP via Getty Images)
Am Kottbusser Tor soll bis Ende September 2026 der erste Verhaltensscanner in Berlin in Betrieb gehen. Bild: DAVID GANNON/AFP via Getty Images

Das in Dortmund ansässige IT-Dienstleistungsunternehmen Adesso wird die KI-gestützte Videoüberwachung für die Berliner Polizei entwickeln. Wie Netzpolitik.org berichtet(öffnet im neuen Fenster), wurde damit zum ersten Mal ein privatwirtschaftliches Unternehmen mit dem Aufbau derartiger Anlagen betraut.

In anderen Städten, die solche Verhaltensscanner betreiben, wurden die Systeme vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung entwickelt. Dass Adesso den Auftrag über knapp vier Millionen Euro erhielt, ist auf das Ende 2025 verabschiedete Berliner Polizeigesetz zurückzuführen, welches erlaubt, dass auch kommerzielle Überwachungstechnologie mit personenbezogenen Bürgerdaten trainiert werden darf.

Adesso darf für den Auftrag auf Hard- und Software von anderen Herstellern zurückgreifen, solange diese ihren Sitz in Europa haben, und arbeitet etwa mit dem Video-KI-Unternehmen Staige zusammen. Staige entwickelt unter anderem Sicherheitslösungen für den Nahverkehr und den öffentlichen Raum. Die Videosoftware von Staige soll auch Menschenströme tracken und Personen über mehrere Kameras hinweg verfolgen können.

Auch Tanzen und Umarmungen werden registriert

Die von der Polizei Berlin geplanten Verhaltensscanner sollen automatisiert Gewalt und Notsituationen erkennen und diese einem Beobachter zeigen, der daraufhin entsprechende Maßnahmen einleiten kann. Auch liegende Personen, die medizinische Hilfe benötigen könnten, sollen erfasst werden. Eine KI soll die Videodaten dabei in Echtzeit analysieren und entsprechende Bewegungsmuster erkennen.

In Mannheim ist ein ähnliches System bereits seit acht Jahren in Betrieb und soll auch auf harmlose Bewegungen, wie Tanzen oder Umarmungen, reagieren. In Hamburg wurden ebenfalls bereits Verhaltensscanner installiert. Die Hälfte der Bundesländer hat die automatische Verhaltenskontrolle bereits erlaubt oder will sie erlauben.

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